… und was ist eigentlich Digitalisierung?

Glückszahl 15.

So viele Buchstaben hat das gefühlt meist gesagte Wort der letzten Monate. Digitalisierung. Klingt cool, modern und hey – jeder, der nicht zumindest verbal auf den Zug aufspringt, kommt sich bald schon vor wie ein Außenseiter. Aber – sind wir mal ehrlich. Was bedeutet das eigentlich? Warum gibt es diesen Hype um das Thema? Und was zum Teufel hat das eigentlich mit meinem Unternehmen zu tun? Klar, dass die großen Konzerne „das“ brauchen. Aber bis jetzt hat doch auch alles ohne dieses „digitalisieren“ wunderbar funktioniert.

Oder?

Nunja. Ich bin der Sache mal auf den Grund gegangen. Klar, ich bin Generation Y. Bedeutet, dass ich mit der ganzen Digitalisierung eigentlich auf Du und Du bin. Online Shops, Clouds, Social Media, Automatisierung, Apps, Tablet etc. sind für mich keine Fremdwörter. Aber ja, ich gebe zu. Das ganze Ausmaß, sprich die Möglichkeiten, die Digitalisierung ins (unternehmerische) Leben zu integrieren, sind auch für mich nicht ganz greifbar.
Aber zum Glück gibt es da ja unsere Experten. So wie Chris. Und den hab ich zu einem seiner Vorträge im Auftrag der WKO nach St. Veit begleitet.

Mit Notizblock und Stift bewaffnet hab ich mich also in den gut gefüllten Saal gesetzt und war gespannt, was da (Neues) auf mich zukommt. Ja. Man lese sich den vorigen Satz nochmal genauer durch – mit NOTIZBLOCK und STIFT gehe ich zu einem Vortrag zum Thema Digitalisierung. Nach fünf Minuten musste ich erstmal über mich selber lachen, hab mein Smartphone ausgepackt, meine Recorder-App geöffnet, auf Play gedrückt und mich entspannt zurückgelehnt. Ein hoch auf – ratet mal!

Jetzt aber zum wirklich Wichtigen. Was ist denn nun Digitalisierung? Ich hab hier mal die Kernaussagen für euch zusammengefasst. Den Vortrag zum Nachhören hab ich auch noch auf meinem Telefon gespeichert 😉

Zunächst mal geht es bei der Digitalisierung um Veränderung.

Im Idealfall werden Prozesse – Branchenunabhängig – vereinfacht. Etwas, das „früher“ analog war, wird jetzt nach und nach digital. Was vielen von uns oft gar nicht bewusst ist, weil es einfach schon in unseren Alltag integriert ist: Wir sind von der Digitalisierung umgeben! Ein sehr einfaches Beispiel: Der gute, alte Notizblock wird vom Tablett/Notebook/Smartphone abgelöst. Oder: Online-Banking. Der Gang zur Bank bleibt uns seit geraumer Zeit erspart und wurde abgelöst vom Online-Banking bzw. noch einfacher, der App am Handy. Durch diese Verlagerung in die Virtualität sind selbstverständlich auch die Möglichkeiten rasant gestiegen. Und ich kann es direkt hören – in vielen Köpfen taucht ein großes ABER auf. Und dieses Aber bezieht sich auf die Technik, die logischerweise dahinter steckt. Die vielen Nullen und Einsen, die den meisten von uns die Tränen auf die Stirn und den Schweiß in die Augen treiben 😉 Die gute Nachricht an dieser Stelle: Ist hier erstmal nicht relevant. Für die technische Umsetzung der Digitalisierung gibt es ja Experten, die sich schon lange mit den Nullen und Einsen angefreundet haben. Für uns nicht-Technik-Affinen geht es primär darum, uns dem neuen Gedanken zu stellen und ein Gefühl dafür zu bekommen, wie Abläufe in Zukunft vereinfacht werden können. Nennen wir es ein neues Lebensgefühl – eine neue Art, wie wir den (Arbeits-)Alltag effizienter gestalten können.

Tesla.

Ist vermutlich vielen ein Begriff. Die haben sich die Digitalisierung zunutze gemacht und ein Auto gebaut, das 1. mit elektrischem Strom fährt (gut, nicht ganz so neu), 2. Hardware mit der richtigen Software kombiniert und 3. zusätzlich alles über das Internet verbunden und dem Fahrzeug so noch weitere Funktionen/Extras gegeben. Et voilà – fertig ist das Geschäftskonzept.

IoT = Internet of Things.

Häufig wird diese Abkürzung verwendet – mit der, sind wir uns ehrlich, kaum jemand auf Anhieb ohne zu googlen etwas anfangen kann. Die Grundidee des „Internets der Dinge“ ist dabei eigentlich recht simpel. Objekte, die in irgendeiner Form mit Strom laufen, werden miteinander vernetzt. Dieses Konzept kommt besonders der Industrie zugute: Teile werden in Fabriken/Werkstätten zu einem „großen Ganzen“ vereint und finden anschließend den Weg in unser Leben. IoT ermöglicht es in diesem konkreten Fall zum Beispiel, dass wir diese Objekte quasi von ihrer Geburt an begleiten können und immer wissen, wo sie sich gerade befinden – ob nun während der Produktion oder auch direkt auf dem Weg zu uns nach Hause (jeder, der schon einmal etwas online bestellt hat, kennt wahrscheinlich diesen praktischen Service, wo man benachrichtigt wird, wann das Wunschobjekt verpackt bzw. versendet wird und schließlich ankommt). Für die Produktion ansich bedeutet das unter anderem eine eklatante Erhöhung der Geschwindigkeit.

Oder – um nicht ganz so weit in die Ferne zu schweifen: Photographen, die bis jetzt ihre Bilder auf dem Laptop gespeichert und per Mail an die Kunden versendet haben, haben nun die Möglichkeit, alles auf einer Cloud zu speichern und sofort mit den Abnehmern zu teilen.

Wenn man sich also die Anwendungsgebiete näher ansieht, erscheint einem die Thematik viel einfacher und wir merken, dass wir ohnehin schon mehr mittendrin als nur dabei sind. Trotzdem hinterlässt das Wort Digitalisierung bei vielen einen bitteren Nachgeschmack. Warum das so ist? Wahrscheinlich, weil wir einfach (noch) nicht so vertraut mit dem Terminus sind. Wenn wir aber „Unser ITler kümmert sich drum“, „Ich hab da eine neue Software“ oder – Klassiker – „Mein Computer funktioniert nicht“ sagen, meinen wir im Grunde genau das, nur synonym. „Digitalisierung“ bringt am Ende des Tages einfach vieles unter einen Hut.

Wenn wir uns nun auf diese neue Reise begeben, die „Digitalisierungs-Reise“, dann kann man durchaus sagen, dass dies eine Wanderung ist. Zugegeben. Manchmal eine nervenaufwendige. ABER in jedem Fall lohnt es sich, sich auf den Weg zu machen.

Und deshalb packen wir als erstes unseren Rucksack:

1. Gutes Schuhwerk

entspricht dem Unternehmen, dem Fundament.

2. Kompass

Dient als Orientierung – und dafür muss nicht immer der eigene Kopf herhalten! Wir können uns auch Inputs von außen holen und uns dabei überlegen, wo die Reise hingehen soll.

3. Fernglas

Gibt uns den nötigen Weitblick. Was liegt vor uns, wie sieht unser Umfeld aus? Das hilft, die richtige Strategie zu finden.

4. Notizblock

Ein Symbol für Dokumentation. Wie wir schon „gelernt“ haben, tuts manchmal auch die Recorder-App! Jedenfalls ist Dokumentation wirklich wichtig, auch wenn viele dabei wahrscheinlich die Augen überdrehen. Dennoch: Oft müssen wir uns Dinge visualisieren um zu wissen, wo wir waren UND vor allem wo wir hinwollen!

5. Die gute, alte Jausenbox

Die Stärkung am Weg, gleichzusetzen mit Wissen und Input oder auch (neue) Interessen entwickeln.

6. Pflaster

Bei Schwierigkeiten durchhalten, Pflaster drauf, Schuh wieder anziehen und weiter gehen. Denn: „Ist der Berg auch noch so steil, a bissal was geht alleweil“ hat der Österreicher schon oft gesagt!